Kosten sollte uns das Ereignis - inklusive Fahrt im Kleinbus sowie eigenem Führer - übrigens nur 200 ägyptische Pfund (ca. 30 Euro). Ein mehr als fairer Preis.
Wir wurden um 23 Uhr abgeholt, konnten vorher also noch am gemeinsamen Abschiedsessen der Swimtrek-Gruppe im Restaurant "Funny Mummy" teilnehmen. Nach rund 2 Stunden Fahrt nahm uns unser Guide am Katharinenkloster auf etwa 1500 Höhe in Empfang und wir stiefelten im Schein unserer Taschenlampen und angetan mit nicht unbedingt berggeeigneter Kleidung los. Wir überholten unterwegs die eine oder andere Gruppe von "Bergsteigern", wurden wiederum von anderen Gruppen und auch von Pilgern auf Kamelen überholt. In dieser Nacht habe ich gelernt, dass sich Kamele nahezu lautlos fortbewegen können - auch auf steinigen und steilen Wegen - und das bei ziemlicher Dunkelheit. Auf dem Weg nach oben machten wir dreimal Rast vor oder in einfachen kleinen, mit Teppichen ausgelegten, Steinhütten, in denen Getränke verkauft wurden. Das sah dann etwa so aus:
Chris
Ich und Joe - zum Schutz gegen die Kälte als "Little Red Riding Hood" verkleidet. ; )
Kilian, Bernhard und Deb
Müde und erschöpft oben angekommen (wenn ich da nochmal raufgehe, dann leih ich mir für die ersten 3/4 der Wegstrecke ein Kamel! Die restliche Strecke, etwa 700 Stufen, muss man allerdings selbst erklimmen) mussten wir noch etwa eine Stunde bis zum Sonnenaufgang ausharren - bei Temperaturen um 0 Grad und einem sehr scharfen Wind. Wir zogen uns dazu wieder in eine dieser Hütten zurück, liehen uns jeweils eine Wolldecke und bibberten dem großen Moment entgegen. Währenddessen tauchten auf dem Gipfel und in unserer Hütte immer mehr Menschen auf - darunter sehr viele Russen und Italiener.
Dann war es endlich soweit: Der Himmel verfärbte sich allmählich, die Menge wurde unruhig, viele Menschen beteten, die Händler (alles Beduinen) priesen laut ihre Decken und heißen Tee sowie Kaffee an, langsam nahm das Bermassiv um den Berg Sinai eine beeindruckende Gestalt bei bester Sicht an - und die Sonne zeigte sich endlich. Mir war allerdings so kalt, dass ich die Kamera nicht ruhig halten und deshalb nur leicht verwackelte Bilder machen konnte.
Die blaue Minute
Eine beeindruckende Aussicht.
Ein kleiner Teil der wartenden Menge auf dem Gipfel neben der Kapelle.
Auch atemberaubend: Der Blick auf die andere Seite des Bergmassivs.
"Sonnenanbeter". ; )
Eine der Verpflegungsstationen in Gipfelnähe.
Gegen 6.15 Uhr machten wir und die anderen ca. 1000 bis 1500 Menschen dann auf den Rückweg. Da wir auf dem Hinweg die leichtere, etwa 6 km lange und nicht sooo steile, Strecke gegangen waren, wollten auf dem Rückweg den sehr viel steileren Pfad nehmen, auf dem uns insgesamt knapp 4.000 Stufen erwarteten. Vorher musste ich jedoch ganz dringend mal wohin. Und hatte dann - mangels anderer Alternativen - das Vergnügen, in luftiger Höhe diese Einrichtung zu nutzen (für stolze 5 ägyptische Pfund übrigens, die ein etwa 10jähriger Beduine allen Nutzern abknöpfte):
Ein Plumpsklo der besonderen Art.

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