Samstag, 30. Juni 2012

Das 1. Emder Freiwasserschwimmen

Ich bin die, die da neben der Boje grient.
Wenn der Schwager zu den Mitorganisatoren eines Freiwasser-Events gehört und, samt Tochter, sogar selbst teilnimmt und wenn sogar die Eltern zum Anfeuern anreisen, dann will ich auch mitschwimmen, dachte ich mir so - obwohl ich für den Tag danach schon längst meine Teilnahme an einer Triathlon-Staffel in Bad Bodenteich zugesagt hatte und der Aufenthalt in Emden deshalb sehr kurz ausfallen würde.

Wegen der Staffel am Folgetag wollte ich mich in Emden nicht zu sehr anstrengen müssen und hab deshalb eine für meine Verhältnisse eher kurze Strecke gewählt: 1250 Meter.

Bin also am Tag vor dem Event per Bahn hin, um abends im Kreis der Familie das EM-Viertelfinale Deutschland - Griechenland mitzugucken (und festzustellen, dass meine Nichten die reinsten Fußballexperten sind).

Am Morgen des Wettkampftages gabs dann gleich eine gute Nachricht: Knapp 20 Grad hatte das Watter im Ems-Jade-Kanal erreicht. Durchaus erträglich, zumal auf einer meiner eher kurzen Distanz. Die Sicht im Wasser war wegen irgendwelcher Schwebstoffe zwar gleich null, aber es schien ansonsten sauber und roch auch nicht.

Und los! Der 1. Start beim 1. Internationalen Emder Freiwasserschwimmen!
Vor dem Start positionierte ich mich wohlweislich hinter den zumeist jüngeren und laut Meldeergebnis auch deutlich schnelleren Schwimmern - und freute mich dabei auf diesen kleinen, aber feinen Massenstart. Die ersten Sekunden eines solchen Rennens sind immer spektakulär - für Schwimmer und für Zuschauer, aber diesmal würde es mangels Masse wohl nicht zu eng werden.

Und so war es dann auch: Schon nach gefühlten fünf bis zehn Sekunden und extrem wenig unfreiwilligem Arm-, Fuß- oder sonstigem Körperkontakt hatte ich ausreichend Platz und fing an, nach jemandem Ausschau zu halten, der ungefähr mein Tempo schwimmt - oder möglichst einen Tick schneller. Ausschau hielt ich auch nach meinen Nichten, meiner Schwester und meinen Eltern. Sie wollten am Ufer mitlaufen und mich anfeuern. Klappte auch prima. Auf dem Weg zur Wendeboje hatte ich meinen Vater im Blick - ich atme überwiegend nach links - und auf dem Rückweg den Rest der Familie. Sie hatten sich auf beide Ufer verteilt.

Und wenige hundert Meter nach dem Start entdeckte ich vor mir eine Schwimmerin mit passendem Tempo und hielt mich in ihrer Nähe - mal neben ihr, mal schräg hinter ihr. Aber nicht zu nah, weil so genanntes Wasserschatten-Schwimmen in solchen Events verboten ist. Aber jemand anderem zu folgen, hilft auch schon, zügiger zu schwimmen. Wohl auch deshalb schaffte ich die 1250m im Ems-Jade-Kanal in für mich guten 22:42 Minuten.

Idyllischer gehts kaum... : )
Die Mittagspause nutzte ich zum Ausruhen und zum Plaudern mit der Familie und am frühen Nachmittag konnte ich noch Schwager und Nichte auf ihrer 400m-Distanz anfeuern - für beide war es das erste Freiwasser-Event und offensichtlich eine echte Erfahrung! Bald darauf gings aber leider schon wieder zurück nach Hause. Am nächsten Morgen würde ich gegen 5.30 Uhr aufstehen müssen...

Das Event war jedenfalls prima organisiert, die Helfer extrem zuvorkommend und die insgesamt etwa 50 Schwimmerinnen und Schwimmer gut gelaunt. Auch das Wetter spielte weitgehend mit. Und dass die Familie zum Mitlaufen und Anfeuern da war, war nochmal ein besonderes Bonbon. Sehr schön. : )

Gerne wieder und dann gern auch eine längere Strecke.

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