Sonntag, 8. Juli 2012

Das 4. Bärwalder See-Schwimmen

Wegen seiner Größe und auch wegen seiner Entstehungsgeschichte war ich neugierig auf den Bärwalder See. Deshalb wagte ich am Samstagmorgen die Fahrt in die Oberlausitz, obwohl diverse Wetterdienste für diesen Tag und für halb Deutschland Gewitter vorhersagten - wie so oft in den vergangenen Wochen. Natürlich hoffte ich, dass dieses Marathonschwimmen stattfinden würde, aber der See und die Gegend luden auch so zu einem Ausflug ein. Im schlimmsten Fall wärs also ein Ausflug nach Sachsen geworden.

Rund 2,5 Stunden dauerte die Autofahrt von Berlin nach Boxberg in die Lausitz - vorbei am beziehungsweise durch den Spreewald und anschließend durch noch dünner besiedelte, sehr grüne Landschaften. Dann tauchte in der Ferne das riesige Kraftwerk Boxberg auf, dass recht nah am See-Ufer steht. Es würde auch beim Schwimmen nicht zu übersehen sein.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Der Himmel klarte so lange auf, bis alle Schwimmer wieder am Badestrand, der als Zielbereich diente, angekommen waren. Auch die Anmeldung, die Ausgabe der Startunterlagen (Badekappe und Zeitnahme-Chip) und die Siegerehrung fanden hier statt.

Ich zahlte meine 12 Euro Startgebühr für die 4km-Strecke, die quasi einmal quer durch den riesigen See führte. Zur Wahl stand außerdem erstmals beim Bärwalder See-Schwimmen eine 1,5km-Strecke.

Alles recht übersichtlich hier. : ) Fast ganz rechts ist das Ziel zu sehen: der rote Bogen.
Wer wollte, konnte sich von der DLRG um 11:30 Uhr und gegen 3 Euro Kostenbeitrag per Boot vom Zielort zum Startpunkt bringen lassen. Die meisten Schwimmer nutzten dieses Angebot, nur wenige ließen sich auf dem Landweg von Verwandten oder Bekannten zum Start bringen. Eine Wettkampfbesprechung gabs übrigens nicht. Vielleicht merkte ich auch deshalb erst auf dem Boot, dass alle anderen nur das dabei hatten, was sie beim Schwimmen brauchten. Nicht viel also... Immerhin boten die Jungs von der DLRG sofort an, meinen Rucksack wieder zum Ziel zu bringen - nach Ende ihres Einsatzes.

Gestartet wurde gegen 12:05 Uhr, die Flossenschwimmer durften fünf Minuten früher los. Flossenschwimmer? Ja, richtig. Mein erstes Event, an dem neben Neoprenanzügen auch Flossen erlaubt sind. Immerhin wurden Flossen extra gewertet, denn ansonsten wurde nur nach Männlein und Weiblein unterschieden, also nicht nach Neo und Biopren-Schwimmern und auch nicht nach Altersklassen. Bei einem Starterfeld von insgesamt ca 40, darunter acht Frauen, ist das noch ok.

Die Wassertemperatur betrug komfortable 22-23 Grad. Trotzdem schwammen fast alle im Neo (ich nicht...). Das Wasser war extrem ruhig und erstaunlich klar, die Sicht betrug geschätzte 8 bis 10 Meter. Ich schwamm in meinem gefühlten "so-könnte-ich-ewig-weiterschwimmen-Tempo" - die ersten gut 3 Kilometer jedenfalls.

Auf dem letzten Kilometer musste ich mich doch ein wenig anstrengen, um nicht viel langsamer zu werden - aber ich hätte gut und gerne noch ein paar Kilometer weiter schwimmen können.

Im Ziel angekommen staunte ich dann doch über meine Zeit von 01:17:23, ohne Neo ganz ordentlich für mich über diese Distanz. Und das, obwohl ich auf dem Weg vom Strand in den Ziel-Torbogen (etwa 50 Meter) noch ein wenig bummelte. Laufen ist nun mal nicht so meine Stärke. ; ) Vielleicht waren es aber auch nicht genau 4.000 Meter...

Ganz süß und mal was anderes: Steinmänner, die es für die Plätze 1-3 gab.
Trotz der kleinen Orga-Schwächen - gemessen an anderen Events - bin ich im kommenden Jahr jedenfalls gern wieder dabei.

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