Sonntag, 22. Juli 2012

Das 24. Internationale Nordseeschwimmen

Von Langeoog nach Bensersiel: Mit dem Nordseeschwimmen stand endlich mal ein Event über 10 Kilometer auf dem Plan. Rein rechnerisch bräuchte ich für eine solche Distanz 3 Stunden und 20 Minuten. Hier aber wird grundsätzlich mit der Flut geschwommen und Rückenwind kam auch noch dazu. Und trotzdem war ich mit 1:52h spürbar länger unterwegs als in allen meinen bisherigen Events.
Fertig machen zum Start. Traditionell nehmen viele Flossenschwimmer am Nordseeschwimmen teil. Foto: Nadja Karlson
Offiziell beträgt die Strecke von Langeoog nach Bensersiel 10,6 Kilometer. Flossen sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich willkommen und von jeher ein fester Bestandteil dieser Veranstaltung. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer waren denn auch Flossenschwimmer, viele von ihnen griffen außerdem auf Schnorchel zurück, manche hatten sogar Neopren-Handschuhe an.
33 Boote bzw ihre Besatzungen sorgten für die Sicherheit der Schwimmer - neuer Rekord! Foto: nordseeschwimmen.de

Das Tragen von Neos wird allen Teilnehmern empfohlen, weil die Wassertemperaturen in der Regel unter 20 Grad Celsius liegen. Außerdem kann man im Neo kaum untergehen, was für Helfer wie Schwimmer ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsaspekt ist.

Mit Blick auf die Sicherheit dürfen außerdem "nur" 250 Leute teilnehmen. Gut so. Denn ich hatte schon gelesen, dass wegen der Strömung Schwimmer regelmäßig vom Weg abkommen und wieder eingesammelt bzw auf Kurs gebracht werden müssen. Das ist quasi lebensrettend, denn entlang unserer Strecke gibts reichlich Schiffsverkehr. Jedenfalls hatte ich fast immer eine der Fähren im Blickfeld, die zwischen Bensersiel und Langeoog hin- und herdüsen. Alles in allem dürften diese Bedingungen nicht nur für die Schwimmer, sondern auch für die Teams der DLRG eine gute Übung gewesen sein.
Kurz vor dem Start. Im Hintergrund: Zuschauer am Strand von Langeoog. Foto: Nadja Karlson
 Unter Freiwasserschwimmern ist das Nordseeschwimmen legendär. Ich kenne kaum einen, der nicht schon mal dabei war oder es wenigstens gern gewesen wäre. Jetzt hatte ich auch endlich mal einen Startplatz ergattert. In 2011 hatten nur die starten dürfen, die schon für 2010 gemeldet waren (und da war ich zu spät dran). Weil der Start in 2010 aber ganz kurzfristig wegen schlechten Wetters abgesagt werden musste, bekamen die Teilnehmer einen Startplatz für 2011 garantiert, andere Anmeldungen wurden gar nicht erst zugelassen.
 Los gehts! Foto: Andreas Kleesiek

Und obwohl die Wetteraussichten auch diesmal Spannung aufkommen ließen (zumindest bei mir), klarte der Himmel pünktlich vor dem Start auf und die Sonne wärmte uns reichlich von oben. Die Wassertemperaturen wurden bei der Einweisung (Wettkampfbesprechung) mit etwa 15-17 Grad angegeben, gefühlt waren es dann eher 18-20 Grad. Ich hatte mich auch aus Respekt vor den Helfern für den Neo entschieden, merkte unterwegs aber schnell, dass es für mich ohne einfacher gewesen wäre. Der zusätzliche Auftrieb erschwerte das Einhalten einer "Ideallinie" doch ziemlich.
Blick von Bensersiel nach Langeoog bzw auf den Hafenkanal von Bensersiel - ein Teil unserer Schwimmstrecke.
Es war dennoch ein Riesenspaß. Angenehme Wellen und 33 Helferboote, die ein gutes Gefühl vermittelten und durch ihre gute Positionierung bei der Orientierung halfen. Kurz vor dem Einbiegen in den Hafenkanal sah ich andere Schwimmer hüfttief im Wasser stehen und sich orientieren. Ohne sie hätte ich gar nicht gemerkt, dass wir gerade über einer Sandbank schwammen. Ein oder zwei Minuten nahm ich mir dann aber auch für einen Rundumblick und einen Plausch mit zwei anderen Schwimmern.

Danach bogen wir in den Hafenkanal von Bensersiel ein und mussten von hier ohne nennenswerte Strömung weiterschwimmen (sprich: es wurde anstrengender), aber dafür standen nun Zuschauer am Ufer und feuerten uns an.
Im Ziel!
Nach dem Schwimmen blieb noch genug Zeit für eine kostenfreie Dusche im nahegelegenen Freibad, bevor es zur Siegerehrung ging. Sehr sympathisch dabei: Die Namen aller Finisher wurden aufgerufen und die jeweilige Urkunde überreicht. Kurios dabei: Es gab diesmal keine getrennte Wertung für Schwimmer mit und ohne Flossen und in der Eile schaffte es das auswertende Team auch nicht, die jeweilige Platzierung auf die Urkunde zu schreiben.

Leider wurde dann auch noch angekündigt, dass es kein 25. Nordseeschwimmen geben würde - jedenfalls nicht in der bisherigen Weise. An einer Alternative werde gearbeitet, hieß es, entschieden sei aber nix. Es heißt also: Daumen drücken.

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