8:00 Uhr: Frühstück
9:00 Uhr: Treffen im Seminarraum, Infos zum Tagesablauf
10:00 Uhr: Ab ins Wasser! Diesmal direkt vor dem Hotel. Die Wassertemperatur liegt immer noch bei 15 Grad, die Luft ist aber auch nicht viel wärmer. Ansage unserer Trainer war diesmal: sechs Stunden schwimmen. Heute ist niemand überrascht, waren doch die meisten nach Gozo gekommen, weil sie diese sechs Stunden als Qualifikation für das Durchqueren des Ärmelkanals brauchten.
11:00 Uhr: Feeding.
11:10 Uhr: Ich sichte erste einzelne Quallen.
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| Und das sind nur die harmloseren, weil weniger schmerzhaften Feuerquallen... |
11:20 Uhr: Ian, Chris, Mark und Nicola haben das Wasser verlassen und stehen, dick eingemummelt in viele Schichten Kleidung, frierend an der Promenade.
11:30 Uhr: Mir wird langweilig. Umso mehr freue ich mich, wenn ich mal einen anderen Schwimmer neben mir habe oder wenn ich von Becky oder Steff überholt werde. Becky ist mit einer Zeit von 8h35Minuten die britische Rekordhalterin in Sachen Ärmelkanalschwimmen. Nach vier Solo Swims in den vergangenen Jahren will sie in diesem Sommer erstmals eine Doppelquerung machen. Steff dürfte ihren ersten Channelswim in diesem Jahr auch schnell hinter sich bringen, sie propellert nicht viel langsamer an mir vorbei als Becky.
11.50 Uhr: Immer noch langweilig. Ich wünschte, ich könnte singen. Andere Schwimmer tun das die ganze Zeit, um sich die Zeit zu vertreiben. Aber nicht mal ich will mich singen hören.
12:00 Uhr: Feeding.
12:10 Uhr: Mir wird kalt, so richtig zum Glück aber nur an den Händen. Sieht vermutlich total beknackt aus, aber für eine Weile balle ich bei jedem Armzug über dem Wasser kurz die Faust, um die Durchblutung wieder in Gang zu kriegen.
12:20 Uhr: Immer mehr Quallen sind zu sehen, obwohl unsere Guides sie fleißig aus dem Wasser fischen
12:25 Uhr: Etwas schwebt an meinem Gesicht vorbei. Keine Sekunde später spüre ich am Oberschenkel ein fieses Brennen. Treffer. Vielen Dank auch, Frau oder Herr Feuerqualle. Ich schwimme trotz der Schmerzen weiter.
12:28 Uhr: Ich fluche vor mich hin. In deutsch und auch in englisch. Aber der Schmerz lässt allmählich nach. Kaltes Meerwasser hat auch was Gutes.
13:05 Uhr: Mir reichts. Mit dem Wind und dem Wasser, das er in die Bucht drückt, kommen immer mehr Quallen, unser Rundkurs muss verkürzt werden. Ich verlasse das Wasser, obwohl ich trotz der Kälte gefühlt noch mindestens eine Stunde hätte durchhalten können. Aber mit dem Gesicht auf Quallen zu treffen wollte ich einfach nicht riskieren.
13:30 Uhr: Obwohl ich mich sofort in warme Klamotten geworfen habe, friere ich immer noch... Zitternd schüttele ich den Plastikbecher mit heißem Kakao hin und her, den Nicola und Fiona mir immer wieder in die Hand drücken. Meine Zähne klappern. Um den Kreislauf nicht zu überfordern ist eine warme Dusche bei solchen Wassertemperaturen aber erst nach mindestens einer Stunde erlaubt.
14.10 Uhr: Das Zittern und Zähneklappern hat aufgehört, mir wird langsam warm. Noch immer sind neun Schwimmer im Wasser. Ich plaudere derweil ein wenig mit "The General" Freda Streeter. Sie ist eine Trainer-Legende in Sachen Channel, unter Ärmelkanalschwimmern aus aller Welt bekannt wie ein bunter Hund. Sie will wissen, warum ich so früh raus bin. Weil ich keine Feuerquallennarben im Gesicht haben will, antworte ich. Freda, The General, lächelt und sagt: "Consider them as war wounds". Ich verspreche, darüber nachzudenken.
14:45 Uhr: Ich beobachte und bewundere die neun Schwimmerinnen und Schwimmer, die immer noch im Wasser sind.
15:20 Uhr: Immer noch alle neun im Wasser. Obwohl der Rundkurs wegen der Feuerquallen weiter verkürzt werden musste und obwohl an der Feedingstation alle Schwimmer berichten, dass sie mehrfach gestochen wurden. Und obwohl Zoe sich mehrfach übergeben musste und obwohl das eine oder andere Schmerzmittel von dem einen oder anderen Schwimmer angefordert und geschluckt wurde.
15:35 Uhr: Es regnet stark, dann folgt Donner. Zum Glück sind keine Blitze zu sehen, das Gewitter zog weiträumig an der Bucht vorbei. Die Schwimmer durften im Wasser bleiben. Nicht auszudenken, dass sie kurz vor dem Ziel wegen Blitzgefahr hätten abbrechen müssen.
16:03 Uhr: Die 6h-Schwimmer habens geschafft und sich für den Ärmelkanal oder sonstige bekloppte Longdistance-Abenteuer offiziell qualifiziert. Meine drei Stunden reichen immerhin als Kaltwasserqualifikation für die kleinste der drei Bodenseequerungen. : )
19:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
22:30 Uhr: Ab ins Bett.
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| Die Bucht von Xlendi. |
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| Eine Runde nach der anderen... |
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| "The General" Freda Streeter (im Vordergrund). |
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| Feeding... |
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| Schauriges Wetter. |
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| Das Begleitboot mit Guide Fiona und den Quallenfängern Nicola und Becky's Vater. |







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