Mittwoch, 17. Juli 2013

Generalprobe in Münster


Drei Wochen vor Zürich. Laut Trainingsplan standen 33 Kilometer an, verteilt auf 5 x 4 und 1 x 13. Aber weil ich in den vergangenen Monaten schon problemlos 9, 10 und 12 Kilometer am Stück geschwommen war, hatte ich mir als Long Swim fürs Wochenende 1x 20 statt 1 x 13 Kilometer vorgenommen. Damit folgte ich außerdem der Empfehlung einiger alter Hasen im Marathonschwimmer-Forum: Ungefähr drei Wochen vor dem geplanten Marathon absolvieren sie eine Trainingsstrecke mit bis zu 80 Prozent der angepeilten Langdistanz. Von Rapperswil nach Zürich sind es auf dem Papier 26,4km, laut Veranstalter können die schon mal 30 Poolkilometern entsprechen. Macht also ca 20-24 Kilometer fürs Testevent.

Andere Schwimmer gehen diesen Long Swim etwas anders an: Etwa drei Wochen vor dem Event schwimmen sie - verteilt auf zwei aufeinanderfolgende Tage - insgesamt so viele Stunden, wie sie beim geplanten Marathonschwimmen vermutlich brauchen werden. Wären bei mir 11 Stunden, was für die Generalprobe in Münster also zum Beispiel 1 x 8h und 1 x 3 bedeutete. 


Ich wollte beide Empfehlungen kombinieren und nahm mir fürs Wochenende 1 x 20km und 1x 6-7km vor, in Stunden ausgedrückt also 1 x 7-8h und 1 x 2-2,5h. Stattfinden sollte diese Generalprobe beim "Day & Night in Münster", einem Langstreckenevent im Altarm des Dortmund-Ems-Kanal. 

Ein Teil der Strecke. An den Kranwagen hängen die Scheinwerfer für die Nacht.
Die Bedingungen am Samstag und dann auch am Sonntag waren gut: Sonnenschein und ruhiges Wasser um 20 Grad. Ab 14 Uhr konnte geschwommen werden. Ich ließ mir allerdings Zeit, lief erstmal die Strecke ab (500m rauf, 500m runter), legte nochmal ordentlich Sonnencreme auf und packte meine Verpflegungskiste. Um 15:45 Uhr war ich dann soweit. Die ersten beiden Runden ging ich sehr locker an, gewöhnte mich dabei ans Sichten und ans Slalomschwimmen um andere Schwimmer und fand bald in einen Rhythmus, der sich durchhaltbar anfühlte. Ab der zweiten Runde steuerte ich jedes Mal die Verpflegungsstation an, gönnte mir dabei ein paar Schluck Wasser und/oder ein Gel, ein Fruchtmus oder einen Jaffa Keks. 

Nach etwa 7-8 Kilometern beziehungsweis 2,5 Stunden spürte ich erstmals meine Schultern, zwischendurch auch mal das Kreuz. Also konzentrierte ich mich mehr auf eine saubere Technik - und auf meine Mitschwimmer. Zeitweise dürften mehr als 100 auf der Strecke unterwegs gewesen sein, ein paar "alte Bekannte" waren auch wieder dabei. Die Langstreckenschwimmer-Gemeinde ist halt relativ überschaubar. :-)

Ich schwamm vor mich hin und hielt die Verpflegungspausen trotz gelegentlicher kurzer Schwätzchen mit Zuschauern und anderen Schwimmern relativ kurz (30 Sekunden, selten auch mal 45-60 Sekunden). Irgendwann wurde es dunkel und ich musste mich trotz allmählicher eintretender Müdigkeit noch mehr auf andere Schwimmer konzentrieren und relativ häufig "Sichten". Obwohl an der Strecke riesige Scheinwerfer platziert worden waren, gab es dunkle Abschnitte, auf denen über gut 20 Meter kaum etwas zu erkennen war. Aber egal, ich fühlte mich recht gut und insgesamt schien die Atmosphäre entspannt. 

Nach 5, 10 und 15 Kilometern vergewisserte ich mich bei den Helfern an der Zählstelle (wir mussten ihnen nach jeder Runde unsere Startnummer zurufen), dass wir den gleichen Zählstand hatten. Passte alles. Und mit im Schnitt 22,5 Minuten je Kilometer (inklusive Verpflegung) war ich für meine Verhältnisse (und verglichen mit meinen anderen Long Swims) sogar recht zügig unterwegs. Die letzten drei Runden zählte ich allerdings etwas ungeduldig herunter, freute mich dabei aber gleichzeitig über meine neue längste Distanz. Um 22:45 Uhr, also nach 7,5 Stunden, waren die 20 Kilometer geschafft! 

Nach kurzer Akklimatisierung und einem alkoholfreien Weizenbier gings unter die kalte (!) Dusche, dann kurz zum Um-/Anziehen in den Camper auf der Wiese neben dem Start, dann wieder zum Start - auf der Suche nach was Essbarem. Mitternachtssuppe war angekündigt und wurde pünktlich ausgegeben. Genau das Richtige, dachte ich. Ich hatte kaum die Hälfte gelöffelt als mein Kreislauf wenige Minuten lang etwas schwächelte, aber immerhin noch anwesend war. Ich blieb einfach ruhig sitzen - unter den aufmerksamen Augen eines anderen pausierenden Schwimmers - und nach wenigen Minuten war der Spuk vorbei. An das Nichtstun musste sich mein Körper nach 7,5h Bewegung in waagerechter Position wohl doch erst wieder gewöhnen.

Ich sah dann lieber zu, dass ich ein paar Stunden Schlaf bekam und verzog mich in den Camper. Am Morgen gönnte ich mir ein gutes Frühstück, schwatzte mit anderen Schwimmern, beobachtete das Geschehen im Wasser und an der Verpflegungsstelle und ging um 10 Uhr nochmal für gute zwei Stunden beziehungsweise 6 Kilometer ins Wasser. 

Mit meinen insgesamt 26 Kilometern belegte ich in der Frauenwertung ohne Flossen schließlich sogar den 4. Platz, nach zwei Neoprenschwimmerinnen mit 39 bzw 33 Kilometern und einer Bioprenschwimmerin mit ebenfalls 33 Kilometern.

Learnings
Verpflegung:
Wasser und SIS Gels vertrage ich anscheinend prima und ein Fruchtmus ab und an ist eine schöne geschmackliche Abwechslung. Power Bar Gels habe ich nur eins genommen, und das möglicherweise etwas weniger gut vertragen. Vielleicht war es aber auch bloß zu viel oder zu früh nach dem Gel in der Runde davor. Ein Jaffa-Keks zwischendurch schmeck toll und bringt Kalorien, muss aber zu lange gekaut werden und seine Schokolade klebt zu lange am Gaumen.

Langeweile:
Gabs nicht. Es war immer irgendwas zu tun: ich achtete auf andere Schwimmer, konzentrierte mich auf einzelne Technikaspekte (Hand/Unterarm, Körperrotation, Beinarbeit) und überlegte was ich als nächstes zu mir nehmen wollte.

Schmerzen:
Ja, gabs zeitweise. Erst im Kreuz. Dann auch in der linken Schulter. Nach Korrekturen im Schwimmstil verschwanden sie, dafür zog es dann irgendwann in den Oberarmen, vermutlich von der andauernen Anstrengung. Nach dem Schwimmen nahm ich deshalb eine Ibuprofen. Fühlte mich nach 7 Stunden Schlaf aber trotzdem erstmal wie durch den Wolf gedreht. Das verging zum Glück recht schnell und war nach dem Frühstück verschwunden. Die zwei Stunden am Sonntag schwammen sich dann jedenfalls problemlos.

Sonstiges:
So ein Trainingsevent bringt noch einmal eine Menge Zuversicht. Von 7,5 Stunden bis zu den voraussichtlichen 10,5-11 Stunden in Zürich sind es zwar noch einige Stunden und Meter, aber die scheinen aus jetziger Sicht absolut machbar - obwohl die Bedingungen in Münster natürlich nicht vergleichbar waren. Wir hatten keinen Wind, Strömungen gabs auch nicht und die Strecke war denkbar einfach.



Einstieg und "Zählstelle": Hier werden die Schwimmer beim Ein- und Ausstieg registriert und die Runden gezählt.


Einen Bericht mit vielen Details zur Orga gibts auch beim Schwimmkalender.

Montag, 8. Juli 2013

5 Wochen vor Zürich

Eine Art goldene Regel unter Marathonschwimmern besagt, dass man an einem Tag/in einem Wettkampf die Distanz bewältigen kann, die man zuvor pro Woche trainiert hat. Mein Trainingsplan bildet da keine Ausnahme: Jetzt, also gegen Ende der Vorbereitungszeit, empfiehlt er über insgesamt sechs Wochen ein Pensum, das den 26,4km von Zürich entspricht beziehungsweise noch darüber liegt. Erst in den letzten beiden Wochen vor dem Event wird "getapert", also der Umfang verringert, aber die Intensität beibehalten.

In dieser Woche standen laut Plan noch einmal 28 Kilometer an, verteilt auf 4 Einheiten mit jeweils 3km und 2 Einheiten mit je 8km. Da mir die Vorwoche mit ihren mehr als 40 Kilometern doch ein wenig in den Knochen steckte (vorgesehen waren da ja eigentlich auch nur 28km), hab ich mich diesmal an die Vorgabe gehalten.

Eine der beiden längeren Einheiten hab ich im Freiwasser absolviert. Der Liepnitzsee nördlich von Berlin bietet sich dafür geradezu an: Eine Runde um seine Insel ist - je nachdem, wie groß man den Bogen schwimmt - etwa 3,5 bis 4km lang. Motorboote sind nicht erlaubt, das Wasser hat allerbeste Qualität und das Wetter spielte auch mit.

Ideales Freiwassergelände: Der Liepnitzsee bei Wandlitz.

Da Wochenende war, ging es am Ufer und im Wasser allerdings doch recht geschäftig zu. Halb Berlin schien angerollt zu sein und belegte die wenigen Liegeflächen am Ufer. Also kam wieder meine Boje zum Einsatz: Sie machte mich sichtbar, jedenfalls für andere Schwimmer sowie Kajaker und Tretbootfahrer. Auf die Ruderboote musste ich allerdings etwas mehr achten, in einigen waren nur rückwärts rudernde Leute unterwegs... Die Boje ist gleichzeitig aber auch eine Tasche: Verpflegung, Autoschlüssel und Klamotten passen problemlos hinein. Ich musste mir also keine Gedanken darüber machen, ob meine Sachen nach 2,5h noch am Ufer liegen würden. Und ich konnte Pause machen, wo ich wollte... Dafür, dass ich soviel Zeug hinter mir herzog, war sie außerdem erstaunlich wenig zu spüren.


Wohin mit den Sachen...?

Ganz einfach: rein mit dem ganzen Kram in die aufblasbare Boje.

Dann nur noch verschließen, aufblasen und hinterziehen. :-)

KW 27:
Gesamt: 26.700m (Soll: 28.000)
Einheiten: 4.000m, 2.500, 2.700m, 7.000m, 2.500m, 8.000m
Bäder: VW-Bad Wolfsburg, Badeland Wolfsburg, Liepnitzsee (bei Berlin)

Sonntag, 30. Juni 2013

Im Trainingslager

28 Wochenkilometer standen diesmal auf dem Plan, verteilt auf 4 Einheiten zu je 3 und 2 Einheiten zu je 8 Kilometern. Dank einer Einladung zu einer privat organisierten Schwimmwoche habe ich sogar alle Umfänge im Freiwassermodus schwimmen können: in den Seen der Feldberger Seenlandschaft. Eine bessere Vorbereitung auf Zürich kann es wohl kaum geben.

Vom Lütten See durch den Schmalen Luzin (hier der Blick vom nördlichen Ende)...

...bis nach Carwitz. Macht insgesamt 10 Kilometer.

Die Strecke sieht von oben noch viel weiter aus als sie sich anfühlte.
Gut zwanzig Leute aus Deutschland, den USA, Frankreich, England, Irland, Schottland und Wales waren in Feldberg zusammengekommen, um eine Woche lang zu schwimmen - die einen mehr, die anderen weniger, manche im Neo, die anderen ohne. Einige schwammen in Grüppchen, mit vielen Pausen und noch mehr Gelächter, die anderen waren mehr oder weniger allein unterwegs, mit gelegentlichen Verpflegungspausen und entsprechend schweigsam. Freiwassererfahrung brachten aber alle mit. Und auch die uns unterstützenden Landratten der Gruppe stellten sich als erfahrene Helfer heraus - unbezahlbar, sowas.

Bei durchwachsenem Wetter und Wassertemperaturen von 20 bis gefühlten 16 Grad machten wir die Gewässer der Seenlandschaft unsicher. Ich war ohne Neo unterwegs (den hatte ich wohlweislich zu Hause gelassen), meist auch mit einem im Schwimmanzug steckenden Gel, dem unter die Badekappe geklemmten Garmin Forerunner XT310 und immer öfter mit meiner grell-orangefarbenen Boje im Schlepptau.

Gut 43 Kilometer kamen laut meinem Garmin so von Sonntag bis Freitag zusammen, trotz zwischenzeitlich fieser Kreuzschmerzen, die ich auf das ungewohnt häufige "Sighten" oder Sichten (beim Schwimmen den Kopf heben um nach vorn gucken zu können) zurückführe. Zwei lange Einheiten von (laut Garmin) 9 bzw 10 Kilometern waren auch dabei. Und nach den 10 Kilometern, geschwommen bei Gegenwind und ca 18 Grad Wassertemperatur, konnte ich mich - nach einer Pause von gut drei Stunden - sogar noch zu weiteren 3 Kilometern durchringen.





KW 26
Gesamt: 43.100 Meter (Soll: 28.000)
Einheiten: 2.000m; 7.100 (5.600 + 1.500); 8.900 (3.400 + 5.500); 1.300; 14.100 (10.600 + 3.500); 9.700
Bäder/Seen: Feldberger Seenlandschaft (Haussee, Breiter Luzin, Schmaler Luzin, Lütter See)


Montag, 24. Juni 2013

7 Wochen bis Zürich

Sieben Wochen vor Zürich gab der Trainingsplan 26 Wochenkilometer vor, verteilt auf 4 Einheiten mit je 4 Kilometern und 1 Einheit mit 10 Kilometern. Weils im Büro wieder länger werden würde und obwohl ich ungern vor 7 Uhr aufstehe, reihte ich mich ein paar Mal morgens kurz vor sechs Uhr in die Warteschlange vor dem VW-Bad ein.

Morgens um 6 Uhr im VW Bad. Die ersten Schwimmer sind eine Minute nach Öffnung des Bades im Wasser.




Für die lange Einheit gings zur Abwechslung mal ins Freibad im Olympiastadion Berlin. Da allerdings blockierten gern mal drei bis vier Brustschwimmer die ganze Bahn; nach 8 Kilometern hatte ich davon die Nase voll. Aber zum Abschluss der Woche stand in der Feldberger Seenlandschaft eine kleine Runde im Haussee an.


KW 25:
Gesamt: 22.000m (Soll: 26.000)
Einheiten: 4.000m, 4.000, 4.000m, 8.000m, 2.000m
Bäder: VW-Bad Wolfsburg, Olympiastadion Berlin, Haussee (Feldberger Seenlandschaft)


Sonntag, 16. Juni 2013

12 Kilometer-Test 8 Wochen vor dem Marathon

Wieder lange Tage im Büro, war aber trotzdem drei Mal früh um 6 Uhr im VW Bad. Und weils als Trainingsevent so gut passte, hab ich gestern am Sehnder Stichkanalschwimmen teilgenommen: 12.100 Meter standen an auf einem 550 Meter langen Rundkurs in (laut Veranstalter) 17 Grad kaltem Wasser. Das fühlte sich allerdings eher wie 19 Grad an und die Lufttemperatur dürfte sogar deutlich über 20 Grad gelegen haben.

12 Schwimmer und 2 Schwimmerinnen tauchten am Start auf, 17 waren insgesamt gemeldet. Eigentlich hatten die Veranstalter das Event erst ab 20 Teilnehmern durchziehen wollen, haben aber nochmal ein Auge zugedrückt. Lustig war: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer kannte ich von früheren Events. Wie sich herausstellte, waren auch zwei andere Zürichsee-Schwimmer dabei. Und bis auf einen anderen Schwimmer und mich waren alle im Neo unterwegs.

Der für 11 Uhr geplante Start verzögerte sich einen Tick, weil das Einrichten der Verpflegungsstation noch einen Moment dauertet. Dafür war sie besonders, jedenfalls hatte ich sowas noch nicht gesehen: Unser Proviant wurde in weiße Container verfrachtet, die dann während des Schwimmens knapp über der Wasseroberfläche an Seilen von der Brücke hingen, die den Wendepunkt unserer Strecke markierte..

Pfiffig gelöst: Die Verpflegungscontainer hingen während des Events knapp über der Wasseroberfläche. Eine Brücke, die gleichzeitig den Wendepunkt der Strecke markierte, machte es möglich.

Das Schwimmen selbst verlief ohne große Besonderheiten, ich fand es allerdings härter als die 12 Kilometer vor vier Wochen in Köln. Lag vielleicht auch am teilweise starken Wind, der einen Teil der Strecke sehr anstrengend machte. Außerdem machten sich nach etwa der Hälfte der Strecke Nacken und Schultern bzw Oberarm bemerkbar. Ansonsten: Ich legte in jeder Runde, also nach jeweils etwa 24-25 Minuten eine Verpflegungspause ein, achtete dabei aber leider nicht auf die Zeit. Gefühlt brauchte ich jeweils ca 30 bis 60 Sekunden. Insgesamt war ich 4:29h unterwegs, im Schnitt sind das 22:15min/km inklusive Verpflegungspausen. Natürlich wär ich gern schneller, aber für die Distanz ist das doch recht ordentlich.


Die Veranstalter haben sich übrigens die Mühe gemacht, unsere Zwischenzeiten zu dokumentieren. Dafür gibts ein fettes Plus von mir! Meine Garmin jedenfalls kam mit der Strecke nicht klar und zeichnete nur Bruchteile auf.

Fazit: Nettes kleines Event, bin im kommenden Jahr auch gern wieder dabei.


KW 24:
Gesamt: 24.600m (Soll: 26.000)
Einheiten: 4.000m, 4.000, 4.500m, 12.100m
Bäder: VW-Bad Wolfsburg, Stichkanal Sehnde

Sonntag, 9. Juni 2013

Es wird anstrengend

Lange Tage im Büro. Ein paar Nächte mit wenig Schlaf. Nur 2,5km beim Training mit den Triathleten am Montag (viel Technik mit noch mehr zeitfressender Beinarbeit). Am Dienstag und Mittwoch gar nicht ins Wasser gekommen. Donnerstag und Freitag schon früh um 6 Uhr geschwommen, Freitag auch nochmal am Abend, damit das Wochensoll wenigstens halbwegs erfüllt ist. Statt für einen Ruhetag vor dem kleinen Trainingswettkampf am Sonntag für etwas aktive Erholung entschieden, weil sich die Schultern doch etwas steif anfühlten.

Auch die kommende Woche wird lustig: Es stehen wieder lange Tage im Büro an und das Wochensoll steigt von 22 auf 26 Kilometer. Und am Samstag wartet eine 12km-Einheit - geschwommen wird ein 550m-Rundkurs in einem Kanal. Muss mir was einfallen lassen, sonst verzähl ich mich da noch.


KW 23:
Gesamt: 20.000m (Soll: 22.000)
Einheiten: 2.500m, 4.000m, 4.500m + 2.500m, 1.500m, 5.000m
Bäder: Badeland Wolfsburg, VW-Bad Wolfsburg, Ems-Jade-Kanal (5.000m)


Sonntag, 2. Juni 2013

Noch 10 Wochen

Die Schwimmwoche lief gut. Also mal abgesehen vom viel zu kalten Wetter. Und davon, dass ich gefühlt immer noch zu oft zu langsam bin. Selbst für meine Verhältnisse.Gestern früh zum Beispiel: Obwohl Trainingspartnerin Ines sogar extra langsam geschwommen ist bzw beim Wenden immer einen Moment gewartet hat (Ines, das hab ich genau gesehen! *grins*), kam ich nicht hinterher. Aber wenn ich mich beim Schwimmen darüber aufrege, dass ich die selbstgesetzten Zielzeiten nicht immer schaffe, denke ich dabei wenigstens nicht über die Distanzen nach, die ich da gerade abspule. Hat ja auch was.

Mein Lieblingsprogramm der Woche kam wieder von Swimsmooth (PDF, S. 6, Saturday Session 4):
1 x 1.500m, 15 x 100m, 1 x 1.500m, 10 x 100m, 1 x 1.500m = 7.000m

KW 22:
Gesamt: 24.300m (Soll: 22.000)
Einheiten: 3.000m, 3.500m, 3.000m, 3.800m, 4.000m, 7.000m
Bäder: Badeland Wolfsburg, Freibad Fallersleben, VW-Bad Wolfsburg


Auch sehr schön: Das VW-Bad und sein gut geheiztes Sportbecken.

Auf dieser Bahn habe ich als Teenager ganze Sommer lang täglich trainiert.

Praktisch: Die Wärmehalle.

    

Sonntag, 26. Mai 2013

Noch 11 Wochen

Hab das Wochensoll nicht ganz erfüllt. Aber diese kleinen Schwimm-Highlights gleichen die verpassten Umfänge gefühlt wieder aus:
  • Ein neues Schwimmbad: Bin endlich mal in der Allerwelle Gifhorn gewesen und hab die Anlage für gut befunden. Ist mit etwa 30 Fahrminuten pro Weg leider deutlich weiter weg als die beiden Wolfsburger Freibäder, aber wenn ich doch mal Abwechslung brauchen sollte, findet Ihr mich da.
  • Mein Finis Tempo-Trainer pro: Gewöhne mich langsam dran, nach Gehör zu schwimmen und auch daran, dass es die Einheiten, für die ich es nutze, ziemlich anstrengend macht. Lerne allerdings auch, sein Gepiepe bei Bedarf einfach mal zu ignorieren. :D
  • "The Red Mist Set" für mich entdeckt: eine kurzweilige 4km-Einheit, die ich bei Swimsmooth schon vor einiger Zeit gesehen hatte und jetzt endlich mal nachgeschwommen bin. Weil beim ersten Versuch am Mittwoch nach 7x400m (+200m Ausschwimmen) die Badezeit beendet war, gabs gestern Mittag einen neuen - allerdings mit nur 3 Scheiben Toast im Magen. Was wohl zu wenig war, jedenfalls kam der Mann mit dem Hammer schon nach gut 20 Minuten und blieb dann auch. Während ich die 7x400m am Mittwoch problemlos mit einem Schnitt von 1:52min/100m schwimmen konnte, schaffte ich gestern ab dem dritten Set nicht mal 1:54min/100m. Hab die 4.000m trotzdem (aber langsamer) durchgezogen und nach 10 Minuten Pause noch insgesamt 2.500 Meter drangehängt.

KW 21:
Gesamt: 19.000m (Soll: 22.000)
Einheiten: 1.000m, 3.000m, 3.000m, 3.500m, 2.000m, 6.500m
Bäder: Allerwelle Gifhorn, Badeland Wolfsburg, Freibad Fallersleben, VW-Bad Wolfsburg

Sonntag, 19. Mai 2013

Noch 12 Wochen


KW 20:
Gesamt: 13.500m (Soll: 22.000)
Einheiten: 2.000m, 2.000m, 3.000m, 4.500m, 2.000m
Bäder: Badeland Wolfsburg, Freibad Fallersleben, VW-Bad Wolfsburg, Sommerbad Plötzensee  

Wieder was gelernt in dieser Woche: 
  • 12 Kilometer sind auch hinterher gar nicht schlimm. Nach dem Cologne12 waren meine Arme zwar schwer, aber Muskelkater gabs nicht und es ging mir auch sonst deutlich besser als ich erwartet hatte. Konnte am Montagabend dann auch problemlos 2.000m mit den Triathleten schwimmen.
  • Lieber eine kurze Einheit absolvieren, als gar keine. Den Dienstag hatte ich als Ruhetag der Woche vorgesehen. Aber dann wurde aus dem Mittwoch auch einer und aus Donnerstag ebenfalls. Und warum? Weil ich keine Lust hatte, um 5.30 Uhr aufzustehen (das war das einzige vernünftige Zeitfenster an diesen Tagen, jedenfalls für eine Einheit von 1-1,5 Stunden). Ich sagte mir, ich würde die Umfänge am Wochenende schon nachholen. Was ich dann nicht tat. Eins zu null für den inneren Schweinehund.Also lieber mal nur eine halbe oder dreiviertel Stunde beziehungsweise für 1,5 bis 2 Kilometer ins Wasser gehen als gar nicht.
  • Mein Garmin 310xt scheint das 50m-Becken im VW-Bad für ein nur etwa 35 Meter langes Becken zu halten. Im Freiwasser scheint das Teil aber deutlich genauer zu arbeiten. Hab allerdings noch keine Ahnung, woran das liegt.

Anbaden im Sommerbad Plötzensee

Immer wieder mal von gehört, aber noch nie da gewesen. Jedenfalls nicht um zu schwimmen. Heute morgen erstmal erwogen, ins deutlich nähere SSE zu gehen, dann aber keine Lust auf Slalomschwimmen um raumgreifende und -tretende Brustschwimmer gehabt. Dran erinnert, dass das Sommerbad Plötzensee dem Vernehmen nach einen etwa 250 Meter breiten Strand hat und damit einen ähnlich breiten = langen Schwimmerbereich bietet. Blieb die Frage nach der Wassertemperatur. Der freundliche Mensch am anderen Ende des Telefons versprach aber glaubhaft "um 20 Grad".

Ich also nix wie hin. Das Bad liegt quasi mitten in der Stadt zwischen Flughafen Tegel, dem nördlichen Charlottenburg und Wedding und ist super gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Vier Euro Eintritt gezahlt, durch das parkähnliche und noch leere Gelände Richtung Umkleiden und Strand marschiert.

Das Strandbad Plötzensee.
Der Umkleideraum ist alt und einfach, aber renoviert und sauber. Drei Duschen gibts auch, eine davon sogar mit warmem Wasser. Das allerdings bemerkte ich - nach der absolvierten Schwimmeinheit - erst, als ich gefühlt schon fünf Minuten vor einer der anderen beiden Kaltwasser-Duschen gezögert hatte. Also umgezogen, Klamotten im 1-Euro-Pfand-Spind verstaut (in vielen anderen Berliner Sommerbädern gibts nur Spinde, für die man ein eigenes Schloss mitbringen muss) und ab zum mäßig belebten Strand.

Dort schnell einen Überblick verschafft und die denkbar einfache Schwimmstrecke eingeprägt: Immer schön an der Wellenbrecher (!)-Leine lang, die auch noch alle 50 Meter eine knallrote Boje aufweist. Was sich dann als sehr praktisch erwies beim Sighten in den beiden Abschnitten, in denen es keine Leine (mehr) gab. Ratzfatz ins Wasser, das mehr oder weniger intensiv nach Wasservogel roch, aber das mit den 20 Grad kam hin. Ohne große Pausen insgesamt vier Mal die Leine rauf und runtergeschwommen, dabei immer brav Ausschau nach anderen Schwimmern gehalten, dann aber doch nur einem Schwan und einem Ruderboot ausweichen müssen. Letzteres nur, weil ich in die eine Richtung immer außerhalb des Schwimmerbereichs direkt an der Leine langgeschwommen bin, um sie in Atemrichtung im Auge behalten zu können. Dann irgendwann gemerkt, dass ich meine Ohrenstöpsel vergessen hab und diesen Umstand gleich mal als Ausrede genutzt ("das gibt bestimmt ne Ohreninfektion entweder vom kalten Wasser oder von dem Zeug, dass darin schwebt und nach Vogel riecht!"), um schon nach 42 Minuten und 2000 Metern das Wasser zu verlassen.

In der Zwischenzeit hatte sich der Strand etwas gefüllt, aber in der Umkleide war immer noch nix los. Dort dann irgendwann auch die Warmdusche entdeckt. Danach noch etwas das Gelände inspiziert ("Oh, ein Imbisstand mit lecker selbstgebratenen Hamburgern") und eine Cola gekauft, um vorsorglich die Dinge zu neutralisieren, die nicht in den Magen gehören, dort beim Schwimmen aber eventuell hingekommen waren. Dann noch schön auf die sonnige Terrasse neben dem historischen Eingangs- und Gastronomiebetriebsgebäude gesetzt und  ("Ach guck, im Crepes-Stand ist ja jetzt auch Betrieb") einen Crepes gegönnt und noch ein halbes Stündchen gelesen.

Fazit: Sehr schönes Sommerbad, sehr gut erreichbar, weitläufiges Gelände. Das Wasser hatte so früh im Jahr schon etwas arg viel "Geschmack", fühlte sich aber noch völlig ok an. Umkleiden und Duschen waren sauber, insgesamt in gutem Zustand und liebevoll dekoriert.

Viel Platz und das auch noch mitten in der Stadt.

Dienstag, 14. Mai 2013

Noch 13 Wochen bis Zürich

Oha, fast vergessen: Der Statistikteil von vergangener Woche.

KW 19:
Gesamt: 19.500m (Soll: 22.000)
Einheiten: 2.500m, 5.000m, 12.000m
Bäder: Badeland Wolfsburg, Freibad Fallersleben, Fühlinger See (Cologne12)

Das erste Trainings-Event der Saison: Cologne12

Genau 13 Wochen vor Zürich stand mein erstes längeres Trainingsevent an: Vorgestern beim Cologne 12, einem Langstreckenwettkampf innerhalb des Swim and Run Cologne, wollte ich zum ersten Mal überhaupt 12 Kilometer am Stück schwimmen. Zwar sieht mein Trainingsplan derzeit nur 7 Kilometer für die wöchentliche lange Einheit vor, aber frau muss die raren Freiwasser-Langdistanz-Events nehmen wie sie kommen. Außerdem freute ich mich darauf, ein paar Langstreckenschwimmer zu treffen, die ich ewig nicht gesehen hatte oder bislang nur aus sozialen Netzwerken kannte.
  
Weil Wettervorhersage und Wassertemperaturen im Vorfeld nicht sonderlich ermutigend waren, hatte ich mein Ziel zwischenzeitlich etwas verzagt auf "mal sehen, wie lange ich durchhalte" heruntergeschraubt. Aber immerhin stand für mich schon Tage vor dem Event fest, dass der Neo zuhause bleibt. Jedenfalls bei Wassertemperaturen über 15 Grad.

Fast schon kuschelig.

Die waren am Wettkampftag auf stolze 16,8 Grad geklettert und pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss - inmitten eines Hagelschauers! Neben rund 30 Cologne12-Teilnehmern gingen zeitgleich auch zwei Dutzend Cologne6-er auf die Strecke. Trotzdem gab es gerade mal eine Handvoll Schwimmer ohne Neo. Einige Long Johns waren noch zu sehen, also Neoprenanzüge mit langen Beinen, aber ohne Arme. Alle anderen starteten in sogenannten Fullys, manche sogar mit Neoprenkappe. Einmal im Wasser - und mit dem Wissen, dass die anfängliche Schnappatmung normal ist und sich nach wenigen Sekunden beruhigt - fühlten sich die knapp 17 Grad für mich die ganze Zeit okay an.
 
In den folgenden Stunden wechselten sich Sonne und Regen ab, nur der böige Wind blieb und nervte gelegentlich kolossal sorgte für echtes Freiwasserfeeling auf der Regattastrecke, auf der wir jeweils einen Kilometer hoch und dann wieder zurückschwimmen mussten. An jedem Ende wartete ein  Verpflegungsponton, den bei Km1 mussten wir in jeder Runde ansteuern, um uns ein Kontrollbändchen fürs Handgelenk abzuholen. Unsere Bahn war ca 40 Meter breit und wurde auf der einen Seite durch das Ufer und auf der anderen durch handballgroße Bojen begrenzt.

Die Strecke selbst war also recht einfach zu schwimmen: Hoch konnten wir uns an den Bojen orientieren oder - sehr praktisch - auch unter Wasser an der Leine, die die Bojen miteinander verband. Runter mussten wir am Ufer langschwimmen und dabei aufpassen, dass wir nicht in die riesigen Ruderregatta-Entfernungsangaben-Schilder donnerten, die jeweils circa 5 Meter in unsere „Bahn“ ragten. 

Weil ich nicht wusste, was der Veranstalter an Verpflegung stellen würde (gesehen hab ich dann Cola, Wasser, rosa Iso-Drink, Bananen und GU-Gels), hatte ich Gerolsteiner natur, zwei PowerBar Gels und - zum sich unterwegs drauf freuen können - drei Hipp-Kinderfrüchtemus-Gels auf einem der Pontons in einer Klappkiste deponiert. Nach 3.000 Metern gabs ein Gel und ca 200ml Wasser, ab Kilometer 5 dann alle 1.000 Meter ein Stück Banane und Gel - jeweils wieder mit Wasser. Bei Kilometer 10 wagte ich ein kleines Experiment probierte erstmals ein GU-Gel ("aber bitte ohne Koffein"). Ging alles gut runter und blieb da auch. Ach ja, das Pieseln beim Kraulschwimmen in diesem doch recht kühlen Wasser klappte ebenfalls problemlos. :D

Und was soll ich sagen: Das Schwimmen selbst lief von Anfang prima, ich fand sofort in (m)eine "so kann ich ewig schwimmen-Geschwindigkeit" und hatte keine Sekunde lang Ausstiegsfantasien. Und ich musste kein einziges Mal aufs Brustschwimmen umsteigen - nicht an den Pontons, nicht an den Wenden, nicht zum Sighten und auch sonst nicht. Über weite Strecken hat mir das alles sogar Spaß gemacht. Das wiederum fanden die Verpflegungs-Mädels auf dem einen Ponton wohl bemerkenswert und fragten dann bei jedem Boxenstopp, ob es immer noch Spaß mache. Außerdem ließen sie mich ab Stunde drei jedes Mal ungefragt wissen, dass ich nicht die letzte auf der Strecke sei.

Meine Platzierung war mir allerdings eh herzlich egal. Hatte mich außerdem gegen eine Uhr bzw gegen meine Garmin 310XT entschieden, es ging mir nur ums Durchhalten und ein Blick auf meine Rundenzeiten hätte mich garantiert aus dem Konzept gebracht. Zum Glück entdeckte ich auch die riesige Uhr des Veranstalters erst nach zehn Kilometern (da zeigte sie 3:48h an). Machte nix, ich war eh fest entschlossen, die restlichen zwei Kilometer auch noch zu schwimmen. Ich merkte zwar, dass ich deutlich langsamer geworden war und die Arme immer schwerer wurden, aber gefühlt hätte ich auch noch gut zwei weitere Runden drehen können.

Nach den 12 Kilometern zeigte die Uhr eine Zielzeit von 4:37h an. Das sind im Schnitt ca 23 Minuten je Kilometer (inklusive Verpflegungsstopps), im Becken schaffe ich bis Kilometer 6 einen Schnitt von gut 20min/km (mehr bin ich noch nicht am Stück geschwommen). Gemessen an den Bedingungen war meine Zielzeit aber gar nicht mal so schlecht. Wenn ich das Cologne12-„Tempo“ auch in Zürich halte, kann ich auch mein Ziel von "irgendwas zwischen 10 und 11 Stunden" schaffen. Das Zeitlimit des Veranstalters liegt bei 12 Stunden.

Fast geschafft. Kurz vom dem Ziel lasse ich die Verpflegungsstation rechts liegen.
Wie der Erstplatzierte des Cologne12, Alexander Studzinski, dieses Event erlebte, kann übrigens hier nachgelesen werden.